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~~~ 11 ~~~ Vor langer Zeit... ~~~ein Zwischenspiel~~~

(von Eryk)

"Versteck dich Junge und komm ja nicht wieder hervor, bevor ich dich rufe!"
Die Worte des Mannes klangen energisch und der kleine Junge tat was der Mann ihm sagte, wußte er doch, daß sein Vater ihn niemals länger als nötig alleine lassen würde. Eryks Vater war Teil der Lokalen Verteidigungstruppen von Darrowshire und komandierte eine kleine Einheit mit Frauen und Männern des Dorfes. Er trug an diesem Tag den stolzen Wams der Verteidiger Darrowshires, ein roter Stoffüberhang mit goldenen Steifen und dem Löwenkopf der Allianz, auf seinen Schultern die Abzeichen des Leutnants, noch ganz strahlend und blank poliert, da er erst vor wenigen Tagen befördert worden war.

Seit Tagen schon verfolgte Eryk den Aufmarsch der verschiedenen Truppen in dem kleinen Ort Darrowshire und spielte munter zwischen all den Kriegern und Kämpfern, welche aus ganz Azeroth zusammengekommen waren, um in den östlichen Ländern des Reiches die Geißel zu bekämpfen.
Er sah dort zum ersten mal in seinem 6 Jahre währendem Leben echte Orks und Trolle, die Ihr Lager nur wenige Meter außerhalb des Ortes aufgeschlagen hatten und nun, auf den Befehl zum Angriff wartend, ihre Zeit mit Kampfübungen und Saufgelagen totschlugen. Letzteres die eindeutig blutigere Freizeitbeschäftigung.
Einer der Orks, ein großer und stattlicher Krieger hatte ihm sogar einen kleinen Dolch geschenkt, als Eryk ihm ein paar Krüge Bier aus dem Gasthaus brachte.
Weit unheimlicher waren dem Kleinen die Untoten, welche teilweise grausig zugerichtet ebenfalls Posten bezogen hatten und ebenfalls auf den Angriff warteten.
Eryk sah die vielen Versorgungseinheiten, welche ihre Wagen, von mächtigen Ochsen gezogen, wieder und wieder entluden um gleich wieder los zu fahren um Nachschub zu holen.
Die Menschen hatten Abordnungen aus Stormwind geschickt und hatten mit den Nachtelfen und den Zwergen und Gnomen ein gigantisches Lager direkt an der Straße errichtet, die nach Scholomance führte, dem Zentrum der Östlichen Reiche, welches nun zwar noch in der Hand der Allianz, aber abgeschnitten durch die finsteren Truppen der Geißel war.
Die gegnerischen Truppen hatten ihre Lager ganz in der Nähe, fast schon greifbar errichtet und manchmal wehte der Wind düstere Laute herrüber zu den Armeen der Allianz. Eryk konnte sie auch hören, doch leider war es ihm und seiner Familie unmöglich aus den östlichen Ländern zu fliehen, weil einerseits sein Vater bei den Verteidigern des Dorfes bleiben mußte, andererseits war seine Mutter bereits in das benachbarte Stratholme geflohen war, um dort die kleine Schwester von Eryk in Sicherheit zu bringen.
Eigendlich wollte Eryks Vater ihn nur einen Tag später ebenfalls dorthin bringen, was nun leider nicht mehr möglich war.

An jenem Morgen, als sein Vater ihm sagte er solle sich verstecken, wußte Eryk trotz seiner jungen Jahre, daß es nun ernst würde. Die Krieger rüsteten sich zur Schlacht.
Bevor sein Vater ihn verliess, strich er ihm noch einmal durchs Haar, beugte sich zu ihm herab und umarmte ihn.
"Bleib ja in deinem Versteck!" mahnte er nochmals und machte sich auf den Weg zu seinen Leuten.
Eryk ging in die nächste Hütte und kauerte sich auf einen Dachboden auf dem er Tage zuvor ein paar Flaschen Wasser und ein paar Laibe Brot versteckt hatte.
Dann war er alleine.
Er konnte von seinem Platz aus beobachten, wie sich die Truppen am Ortsrand sammelten und die Fahnenträger ihre Standarten in den Himmel hielten um den Kämpfern eine bessere Orientierung zu bieten und er sah das Banner der Verteidiger Darrowshires... Irgendwo dort stand nun sein Vater....

Die Banner zogen los, ordentlich und nach einer strengen Formation gegliedert.
Im Zentrum der Armee kämpften die Menschen gemeinsam mit den Nachtelfen, an den Flanken Die Untoten, Orks, Trolle und die Gnome.
Es wurde still im Ort und nur gelegentlich tönten ein paar Laute der Kriegstrommeln und Hörner herrüber... die Schlacht hatte begonnen.

Etliche Stunden später sah Eryk plötzlich die Standarten der Allianz wieder auf das Dorf zurückkommen, die Menschen und Nachtelfen ließen ihre Reihen zurückfallen und standen schon wieder am Rande des Dorfes, ließen sogar einige Abteilungen der Geißel bis in den Dorfkern dringen!
Hunderte Seelenloser drängten in die entstandenen Lücken in den Schlachtreihen und Eryk machte sich in seinem Versteck noch kleiner, wagte es kaum aus dem kleinen Spalt in der Wand des Dachbodens zu schauen.
Er zitterte am ganzen Leib und sah ein Gemetzel wie es schlimmer nicht hätte sein können.
Er wußte nicht, wie lange er schon die Schreie und das Waffenklirren hörte, sicherlich mehrere Stunden lang, als er bemerkte, wie sich von rechts und links des Schlachtfeldes weitere Truppen der Allianz näherten und unaufhaltsam auf die nun eingeschloßenen Krieger der Geißel eindrangen.
Die Falle war zugeschnappt, Darrowshire war nichts weiter als ein Köder gewesen und der gegnerische General hatte ihn geschluckt...
Das Morden ging noch zwei volle Tage weiter, dann endlich, am dritten Tag lag eine gespenstische Ruhe über dem Ort... Die Truppen schienen weitergezogen zu sein.

Erst Stunden später wagte Eryk es, sich aus seinem Versteck zu erheben, in seiner rechten Hand hielt er krampfhaft den Dolch fest, welchen er von dem Ork bekommen hatte... Er stieg vorsichtig die Treppe herab und stolperte schon fast über die erste Leiche, eine junge Kriegerin, die in der Stube mit aufgeschlitzter Kehle lag... Er mußte sich übergeben...
Im Haus selber lagen noch zwei weitere Tote, an denen er sich vorbeidrückte und auf dem Platz vor dem Haus... bergeweise Tote! Es lagen kreuz und quer die Toten von Allianz und Geißel herum, teilweise aufs grausigste verstümmelt oder verbrannt, der Geruch von Blut und Eingeweiden hing in der Luft, kein Laut war zu hören...
Nur ein leiser Wind.

Eryk schaute sich um und zu seinem Entsetzen entdeckte er ein bestimmtes Banner aus einem Leichenberg herausragen... Das der Verteidiger...
Es wurde Zeit für Eryk den Ort zu verlassen, denn er spürte, dass noch Leben unter den Leichenbergen war... oder besser: wieder Leben!

Ein röcheln ließ ihn herumfahren und er blickte geradewegs in die toten Augen eines fürchterlichen Ghuls. Er wollte schreien, doch die Panik, die ihn ergriff machte ihn stumm und unfähig sich zu bewegen.
Der Ghul packte ihn an der Gurgel, hob ihn hoch und sah ihm direkt ins Gesicht. Eryk wußte, das es vorbei war und er hoffte, daß es schnell und ohne Schmerzen zu Ende gehen würde.
Doch der Ghul hielt plötzlich inne, zögerte noch ein paar Sekunden und setzte den Jungen ganz sanft zurück auf die Erde. Er beugte sich zu Eryk herab und betrachtete ihn. Dann langten seine verfaulten Finger in Richtung seines Kopfes und... streichelten ihm durchs Haar...
Eine einsame schwarze Träne schien über das ledrige Gesicht des Monsters zu laufen. Dann drehte es sich um und lief fort, raus aus dem Ort...
Eryk bemerkte gerade noch die Kleidung des Ghuls... Er trug einen roten Stoffüberhang mit goldenen Streifen und dem Löwenkopf der Allianz, auf seinen Schultern die noch blank polierten Abzeichen des Leutnants...

2.6.07 11:36
 


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