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~~~ 11 ~~~ Vor langer Zeit... ~~~ein Zwischenspiel~~~

(von Eryk)

"Versteck dich Junge und komm ja nicht wieder hervor, bevor ich dich rufe!"
Die Worte des Mannes klangen energisch und der kleine Junge tat was der Mann ihm sagte, wußte er doch, daß sein Vater ihn niemals länger als nötig alleine lassen würde. Eryks Vater war Teil der Lokalen Verteidigungstruppen von Darrowshire und komandierte eine kleine Einheit mit Frauen und Männern des Dorfes. Er trug an diesem Tag den stolzen Wams der Verteidiger Darrowshires, ein roter Stoffüberhang mit goldenen Steifen und dem Löwenkopf der Allianz, auf seinen Schultern die Abzeichen des Leutnants, noch ganz strahlend und blank poliert, da er erst vor wenigen Tagen befördert worden war.

Seit Tagen schon verfolgte Eryk den Aufmarsch der verschiedenen Truppen in dem kleinen Ort Darrowshire und spielte munter zwischen all den Kriegern und Kämpfern, welche aus ganz Azeroth zusammengekommen waren, um in den östlichen Ländern des Reiches die Geißel zu bekämpfen.
Er sah dort zum ersten mal in seinem 6 Jahre währendem Leben echte Orks und Trolle, die Ihr Lager nur wenige Meter außerhalb des Ortes aufgeschlagen hatten und nun, auf den Befehl zum Angriff wartend, ihre Zeit mit Kampfübungen und Saufgelagen totschlugen. Letzteres die eindeutig blutigere Freizeitbeschäftigung.
Einer der Orks, ein großer und stattlicher Krieger hatte ihm sogar einen kleinen Dolch geschenkt, als Eryk ihm ein paar Krüge Bier aus dem Gasthaus brachte.
Weit unheimlicher waren dem Kleinen die Untoten, welche teilweise grausig zugerichtet ebenfalls Posten bezogen hatten und ebenfalls auf den Angriff warteten.
Eryk sah die vielen Versorgungseinheiten, welche ihre Wagen, von mächtigen Ochsen gezogen, wieder und wieder entluden um gleich wieder los zu fahren um Nachschub zu holen.
Die Menschen hatten Abordnungen aus Stormwind geschickt und hatten mit den Nachtelfen und den Zwergen und Gnomen ein gigantisches Lager direkt an der Straße errichtet, die nach Scholomance führte, dem Zentrum der Östlichen Reiche, welches nun zwar noch in der Hand der Allianz, aber abgeschnitten durch die finsteren Truppen der Geißel war.
Die gegnerischen Truppen hatten ihre Lager ganz in der Nähe, fast schon greifbar errichtet und manchmal wehte der Wind düstere Laute herrüber zu den Armeen der Allianz. Eryk konnte sie auch hören, doch leider war es ihm und seiner Familie unmöglich aus den östlichen Ländern zu fliehen, weil einerseits sein Vater bei den Verteidigern des Dorfes bleiben mußte, andererseits war seine Mutter bereits in das benachbarte Stratholme geflohen war, um dort die kleine Schwester von Eryk in Sicherheit zu bringen.
Eigendlich wollte Eryks Vater ihn nur einen Tag später ebenfalls dorthin bringen, was nun leider nicht mehr möglich war.

An jenem Morgen, als sein Vater ihm sagte er solle sich verstecken, wußte Eryk trotz seiner jungen Jahre, daß es nun ernst würde. Die Krieger rüsteten sich zur Schlacht.
Bevor sein Vater ihn verliess, strich er ihm noch einmal durchs Haar, beugte sich zu ihm herab und umarmte ihn.
"Bleib ja in deinem Versteck!" mahnte er nochmals und machte sich auf den Weg zu seinen Leuten.
Eryk ging in die nächste Hütte und kauerte sich auf einen Dachboden auf dem er Tage zuvor ein paar Flaschen Wasser und ein paar Laibe Brot versteckt hatte.
Dann war er alleine.
Er konnte von seinem Platz aus beobachten, wie sich die Truppen am Ortsrand sammelten und die Fahnenträger ihre Standarten in den Himmel hielten um den Kämpfern eine bessere Orientierung zu bieten und er sah das Banner der Verteidiger Darrowshires... Irgendwo dort stand nun sein Vater....

Die Banner zogen los, ordentlich und nach einer strengen Formation gegliedert.
Im Zentrum der Armee kämpften die Menschen gemeinsam mit den Nachtelfen, an den Flanken Die Untoten, Orks, Trolle und die Gnome.
Es wurde still im Ort und nur gelegentlich tönten ein paar Laute der Kriegstrommeln und Hörner herrüber... die Schlacht hatte begonnen.

Etliche Stunden später sah Eryk plötzlich die Standarten der Allianz wieder auf das Dorf zurückkommen, die Menschen und Nachtelfen ließen ihre Reihen zurückfallen und standen schon wieder am Rande des Dorfes, ließen sogar einige Abteilungen der Geißel bis in den Dorfkern dringen!
Hunderte Seelenloser drängten in die entstandenen Lücken in den Schlachtreihen und Eryk machte sich in seinem Versteck noch kleiner, wagte es kaum aus dem kleinen Spalt in der Wand des Dachbodens zu schauen.
Er zitterte am ganzen Leib und sah ein Gemetzel wie es schlimmer nicht hätte sein können.
Er wußte nicht, wie lange er schon die Schreie und das Waffenklirren hörte, sicherlich mehrere Stunden lang, als er bemerkte, wie sich von rechts und links des Schlachtfeldes weitere Truppen der Allianz näherten und unaufhaltsam auf die nun eingeschloßenen Krieger der Geißel eindrangen.
Die Falle war zugeschnappt, Darrowshire war nichts weiter als ein Köder gewesen und der gegnerische General hatte ihn geschluckt...
Das Morden ging noch zwei volle Tage weiter, dann endlich, am dritten Tag lag eine gespenstische Ruhe über dem Ort... Die Truppen schienen weitergezogen zu sein.

Erst Stunden später wagte Eryk es, sich aus seinem Versteck zu erheben, in seiner rechten Hand hielt er krampfhaft den Dolch fest, welchen er von dem Ork bekommen hatte... Er stieg vorsichtig die Treppe herab und stolperte schon fast über die erste Leiche, eine junge Kriegerin, die in der Stube mit aufgeschlitzter Kehle lag... Er mußte sich übergeben...
Im Haus selber lagen noch zwei weitere Tote, an denen er sich vorbeidrückte und auf dem Platz vor dem Haus... bergeweise Tote! Es lagen kreuz und quer die Toten von Allianz und Geißel herum, teilweise aufs grausigste verstümmelt oder verbrannt, der Geruch von Blut und Eingeweiden hing in der Luft, kein Laut war zu hören...
Nur ein leiser Wind.

Eryk schaute sich um und zu seinem Entsetzen entdeckte er ein bestimmtes Banner aus einem Leichenberg herausragen... Das der Verteidiger...
Es wurde Zeit für Eryk den Ort zu verlassen, denn er spürte, dass noch Leben unter den Leichenbergen war... oder besser: wieder Leben!

Ein röcheln ließ ihn herumfahren und er blickte geradewegs in die toten Augen eines fürchterlichen Ghuls. Er wollte schreien, doch die Panik, die ihn ergriff machte ihn stumm und unfähig sich zu bewegen.
Der Ghul packte ihn an der Gurgel, hob ihn hoch und sah ihm direkt ins Gesicht. Eryk wußte, das es vorbei war und er hoffte, daß es schnell und ohne Schmerzen zu Ende gehen würde.
Doch der Ghul hielt plötzlich inne, zögerte noch ein paar Sekunden und setzte den Jungen ganz sanft zurück auf die Erde. Er beugte sich zu Eryk herab und betrachtete ihn. Dann langten seine verfaulten Finger in Richtung seines Kopfes und... streichelten ihm durchs Haar...
Eine einsame schwarze Träne schien über das ledrige Gesicht des Monsters zu laufen. Dann drehte es sich um und lief fort, raus aus dem Ort...
Eryk bemerkte gerade noch die Kleidung des Ghuls... Er trug einen roten Stoffüberhang mit goldenen Streifen und dem Löwenkopf der Allianz, auf seinen Schultern die noch blank polierten Abzeichen des Leutnants...

2.6.07 11:36


~~~ 12 ~~~ Wie aus Eryk ein Schurke wurde ~~~ Ein weiters Zwischenspiel ~~~

(von Dorsa)

Es wütete eine unerbitterliche Schlacht in den östlichen Pestländern. Menschen, Gnome, Zwerge, Nachtelfen, Tauren, Untote, Orks und selbst die Trolle hatten sich zu einer riesigen Streitmacht zusammengeschlossen um die Geißel endgültig auszulöschen.
General Carlin Redpath, ein hochrangiges Mitglied der Argentumdämmerung, rief mich zu sich.

„Dorsa“, begann er, „ich habe einen wichtigen Auftrag für euch. Findet bitte meine Nichte Pamela in Darrowshire, ich versteckte sie vor der Schlacht in meinem Haus, wenn ihr sie gefunden habt bringt sie bitte zu meiner Schwester Marlene. Sie lebt in einem kleinen Haus südlich von Andorhal“. Ich sah in an und glaubte eine Träne über sein vom Kampf gezeichnetes Gesicht laufen zu sehen.
„Ich werde eure Nichte finden und sie mit meinem Leben schützen General!“ mit einem kurzen militärischen Gruß verliess ich das Zelt. Von der Kapelle bis nach Darrowshire war es dank meines treuen Schreckensrosses nur eine Tagesreise.
Ich verabschiedete mich noch von ein paar guten Freunden, später stellte sich heraus, dass ich sie an diesem Abend das letzte Mal sah, alle fielen, als Strathholme von der Geißel überrannt wurde.
Manche der Soldaten wichen zurück, als sie mich die dunklen Worte murmeln hörten. Sie tuschelten: „Verdammte Hexenmeister, warum müssen wir diese dunkle Brut bei uns haben?“
Der Soldat verstummte schlagartig als Helvugh mein treuer Begleiter aus den Winden des Nethers trat und sich vor ihm aufbaute.
Das war mir Rache genug.
In Gedanken griff ich nochmals nach der schwarzen Magie die mir gegeben war um meinen Pferdedämonen zu beschwören.
Allein durch den Anblick der flammenden Hufe und seiner brennenden Augen liess die Umstehenden erzittern.

Ich saß auf und ritt los.
Unterwegs traf ich immer wieder auf einzelne Untote der Geißel, welche aber keinen großen Widerstand leisten konnten.
Nach ein paar Stunden kam ich an Corrins Kreuzung an oder zumindest an dem, was Corrins Kreuzung einmal war. Ich stieg ab und ging durch das einst so lebhafte Dorf. Alles Leben war aus ihm gewichen, es roch nach Verderbnis und Tod. Dieser Anblick ließ auch mich erschaudern.
Irgendetwas lauerte in diesen Ruinen, etwas böses, etwas dämonisches. Ich konnte es spüren.
Auch Helvugh wurde sehr unruhig. Als ich das Auge von Kilrogg beschworen hatte, sah ich mich in den Gemäuern um, konnte dort aber nichts entdecken.
Das tiefe Grollen Helvughs’ Stimme lies mich aus meiner Trance erwachen, er stürmte auf einen für mich noch unsichtbares Ziel zu.
Mein Dämon brachte unbeschreibliche Qualen über sein Ziel, nun konnte ich es auch sehen. Es war ein augenloser Beschützer! Diese Kreaturen hielten sich im Schatten auf um Sterbliche dann einfach zu verschlingen, sie labten sich an der Angst ihrer Opfer.
Zu meinem Glück hatte Helvugh den Gegner unter seiner Kontrolle so konnte ich ihn mit zwei Schattenblitzen niederstrecken.

Nach diesem Zwischenfall stieg ich auf und ritt weiter in Richtung Darrowshire, ich hoffte, dass ich nicht zu spät kam. Als ich auf die Straße nach Darrowshire einbog, wehte mir schon der strenge Geruch der Verwesung entgegen. Man sah, dass hier die Streitkräfte der Allianz gegen die Geißel gekämpft hatte, überall lagen Leichen.
Vorsichtig ging ich weiter, die Stille war unheimlich, ich erreichte das Haus von Carlin Redpath. Von seiner Nichte war nichts zu sehen, doch das sie noch lebte war unwahrscheinlich. Das Haus war völlig zerstört. Auch dies war das Werk der Geißel, vor lauter Zorn hieb ich auf den noch stehenden Türrahmen ein.
Ich machte mich auf, nach Pamela zu suchen, immerhin hatte ich es General Redpath versprochen. Hinter einem Baum fand ich den kleinen leblosen Körper. Zum Glück war er völlig unversehrt, anscheinend hatten die Guhle keinen Hunger mehr.
Ich beschloss dem kleinen Mädchen die letzte Ehre zu erweisen und sie, auf dem örtlichen kleinen Friedhof, zu bestatten.
Es war nicht schwer in der lockeren Erde ein Grab auszuheben. Viel schwerer fiel es mir, den kleinen Körper mit eben dieser Erde zu bedecken.

Das Krachen eines Astes ließ mich herumfahren, ich schrie: „Fahrt zur Hölle ihr verdammten Kreaturen!“, kurz bevor ich den Schattenblitz sein tödliches Werk verrichten ließ, sah ich einen kleinen Jungen, der mir stolz und tapfer, einen Dolch entgegenstreckte.
Glücklicher Weise konnte ich die zerstörerische Macht noch umleiten, der Blitz schlug mit einem lauten Krachen in den nächsten Baum ein, der sofort Feuer fing.
Kreidebleich sah mich der kleine an und brach in Tränen aus. Vielleicht war meine Reise doch nicht ganz umsonst, dachte ich mir. Ich ging langsam auf den Jungen zu und sagte ihm, dass ich ihm helfen wolle. Zum Beweis zeigte ich ihm mein Abzeichen das mich als Mitglied der Streitkräfte von Stormwind auszeichnete. Überglücklich rannte er mir entgegen. Ich schloss ihn in die Arme und sagte zu ihm, dass alles gut werden würde. Als sich der Junge ein wenig beruhigt hatte, fragte ich ihn wo seine Eltern seien und ob sonst noch jemand im Dorf sei. Er sagte mir, er würde es mir gerne erzählen, aber er hätte schrecklichen Hunger und Durst, bei der ganzen Aufregung hatte ich das ganz vergessen. Ich reichte ihm einen Mana – Keks und eine Flasche Kristallwasser (Auch wenn dieses durch weiße Magie hergestellte Wasser mir nicht besonders schmeckte).

Wir entschieden uns diese Nacht in Darrowshire zu verbringen und im Morgengrauen nach Stormwind aufzubrechen. Ich ließ Helvugh frei um ihm eine Pause zu gönnen und meinen kleinen aufmüpfigen Wichtel Chopad Wache schieben zu lassen. Der kleine war nicht so schnell zu entdecken.
Mürrisch wie immer bezog er seinen Posten er brabbelte etwas wie: „Davon stand aber nichts in meinem Vertrag!“ „CHOPAD!“, rief ich. Er wandte sich zu mir um: „Ja, Herrin?“
„Beklage dich nicht immer, wenn es heute Nacht ruhig bleibt und du aufpasst bekommst du auch mal wieder ein frisches lebendiges Huhn von mir“. Seine Mine hellte sich sofort auf. Ich wusste, dass Hühner seine absolute Lieblingsspeise waren.
Die Nacht verlief ohne Zwischenfälle, Eryk schlief tief und fest, ich hatte mich neben ihn gelegt und schlief dann auch irgendwann ein.
Als der Morgen graute stand ich auf und bereitete unseren langen Weg vor, wir würden mindestens 5 Tage bis zu unserer Ankunft in Stormwind unterwegs sein. Wieder rief ich Helvugh zu mir. Eryk traute seinen Augen kaum, als der das Ross und den großen blauen Dämonen sah.
„Wow!“, entfuhr es ihm. „Ist das ein richtiger Dämon? Mein Vater….“, wieder liefen ihm Tränen über die Wangen, „hat mir immer von diesen Schattenwesen erzählt, aber ich habe noch nie einen gesehen.
„Ja“, sagte ich, „das ist Helvugh ein so genannter Leerwandler. Stark und hart im Nehmen, sozusagen unser Leibwächter.“

Eine halbe Stunde später ritten wir los. Die Pestländer waren schrecklich verwüstet, überall sah man die spuren der Geißel. Eryk saß vor mir auf dem Pferd und hatte meist die Augen geschlossen, der Anblick der Umgebung war schrecklich. Seuchenfledermäuse, Aaslarven und Guhle wohin man sah.
Nach einer Stunde erreichten wir Andorhal, auch hier war nichts mehr wie früher, die Einwohner waren nach Stratholme geflohen und die Truppen der Geißel hatten die Stadt besetzt.
Um Kämpfe zu vermeiden ritten wir einen Umweg.

Kurze Zeit später trafen wir auf Truppen der Allianz.
„Seid gegrüßt junger Hexenmeister“, sprach mich ein Offizier an, „mein Name ist Kommandant Ashlam Valorfist“. „Es ist mir eine Ehre Kommandant“, erwiderte ich.
„Was führt euch mit diesem Jungen hierher?“, fragte er.
Ich erzählte ihm die ganze Geschichte. „Nach Stormwind? Das wird zu Lande nicht möglich sein, wir Kämpfen weiter vorne mit Einheiten der Geißel der Weg ist versperrt“, sagte er.
„Ihr könnt allerdings einen unserer Greifen benutzen, er wird euch sicher nach Stormwind bringen. Viel Glück!“, fuhr er fort.
„Vielen Dank, Kommandant“, sagte ich zu ihm, „gehabt euch wohl!“
Wir stiegen auf den Greifen, es war ein komisches Gefühl als er seine Schwingen ausbreitete und sich mit seinen kräftigen Beinen abstieß.

Nach nur 3 Stunden in luftiger Höhe landeten wir in Stormwind. Nun waren wir wirklich in Sicherheit.
Ich nahm Eryk an die Hand und lief mit ihm in Richtung des Waisenhauses von Stormwind. Als wir jedoch davor standen, erinnerte ich mich an meine Kindheit. Auch ich war hier aufgewachsen, meine Eltern kannte ich nie. So sollte Eryk nicht aufwachsen, ich entschied ihn zu einem alten Freund zu bringen.
Osborne, der von allen nur der Nachtmensch genannt wurde, lebte meist in den Schatten, doch ich wusste das Eryk bei ihm eine gute Ausbildung bekommen würde.
„Hier werden sich unsere Wege nun trennen Eryk“, sagte ich zu ihm, „aber ich weis, dass Osborne gut auf dich achten wird“. Ihm standen die Tränen in den Augen aber er nickte. „Ich werde immer wieder nach dir sehen wenn ich Zeit habe.“ Eryk wischte sich die Tränen aus den Augen und sagte zu mir: „Vielen Dank Dorsa, aber versprich mir oft vorbei zu schauen“.
Ich versprach es ihm und verabschiedete mich von den beiden. Da ich nun schon einmal hier in Stormwind war, nahm ich mir vor meinen alten Lehrer Sandahl zu besuchen, ihn hatte ich schon lange Zeit nicht mehr gesehen…..

2.6.07 11:40


~~~ 13 ~~~ Weiter am Lager

(von Thorongal)

Eigentlich war die Stimmung ausgelassen, jeder begierig darauf, neue und alte Geschichten zu hören und eigene Abenteuer zum Besten zu geben. Noch schöner wurde es, als das Lager einen weiteren Neuankömmling begrüßen konnte: Dank des gut funktionierenden Postsystems der Azeroth – Kuriere erfuhr Dorsa, die Hexenmeisterin, von der kleinen Versammlung im Wald und trat nach kurzer Reisezeit mit einer beeindruckenden Teufelswache an ihrer Seite zwischen die Gefährten, dass es denen im ersten Moment die Sprache verschlug. Doch nachdem man Zutrauen gefasst hatte („der will doch nur spielen...&ldquo gab es natürlich eine überschwängliche Begrüßung.

Als jedoch das große Hallo vorüber war und Eryk und Dorsa begannen, die Geschichte ihrer Freundschaft zu erzählen, legte sich eine drückende Stille über die Lichtung. Die Geschehnisse der Vergangenheit verfinsterten den freundlichen Tag auf der sonnenbeschienenen Lichtung im Wald von Elwynn, mehr als einem Gefährten fröstelte bei dem Gedanken an die unmenschlichen Kämpfe gegen die Geißel und den fürchterlich hohen Blutzoll, welcher den Völkern Azeroths aufgezwungen wurde, um ihre Freiheit zu behaupten. Die Zeit schien plötzlich nicht mehr für ein fröhliches Beisammensein nach der Schlacht geeignet, zu sehr wurde jeder der Anwesenden an die alten Gräueltaten und die eigenen Verluste von Familie und Freunden erinnert.

Naamah hatte den Arm um Eryk gelegt, als könne sie ihn noch jetzt vor dem Schrecken in Darrowshire beschützen. Jeder der Gefährten, der bereits im Namen der Argentumdämmerung das Böse in den Pestländern bekämpft hatte, dachte mit Schaudern an die zerstörten Gebäude ehemals blühender Orte und namenloses Grauen auferstandener Leichen.
Silvergirl und Whoop griffen gleichzeitig nach etwas Holz, um dem Feuer neue Nahrung zu geben, Fuinmyril kraulte gedankenverloren Mietzis Fell, Sciacallo hatte seine Versuche einzuschlafen aufgegeben und schaute mit finsterer Mine in die Flammen. Himgi und Phyltus saßen mit so grimmigen Gesichtern da, als würden sie jeden Moment losreiten, um die Pestländer zu befreien, während Ignazrotbart wie zufällig seinen schweren Streithammer in der Faust hielt.

Sibo nickte Thorongal zu: „Ja, wir Menschen hatten eine furchtbare Last und eine große Schuld zu tragen, denn aus unseren Reihen kam der große Anführer der Geißel, der Königsmörder, vielversprechendster Schüler und Verhängnis unseres größten Paladins – Arthas, großartiger Held und verkommen durch ungezügelten Ehrgeiz und Machtgier. Es gibt wohl kaum eine Familie, die keine Lieben in dieser Zeit verloren hatte, zu unvorbereitet waren die Königreiche damals, selbstsicher, aber auch selbstgefällig, sogar leichtsinnig geworden nach dem Sieg gegen die orkischen Horden. Wenn ich nur wüsste, was aus ihm geworden ist, wo er sich verkrochen hat – ich würde mit Gefährten wie Euch kein Wagnis scheuen, ihn zur Strecke zu bringen.“

„Na ich weiß nicht.“, Thorongal dachte angestrengt über das Gehörte nach. „Vielleicht sollten wir ja erstmal etwas kleiner anfangen. Weißt du, ich habe mich doch mal gemeinsam mit einigen von Euch durch diesen Trolltempel von Hakkar geschlagen. Meine Güte, sah ich danach schlecht aus, so viel Prügel hatte ich lange nich bezogen.“ Der Krieger begann zu überlegen, warum eigentlich ER immer in vorderster Front die Wut der Monster abbekam, und ein wenig Widerstand gegen seine Rolle machte sich bemerkbar. Wenn er es sich recht überlegte, könnte doch mal jemand anders... ?

„Und was war da?“, hakte Sibo nach. „Äh wo?... ach so, bei den Trollen...“, Thorongals Mine hellte sich auf, „da habe ich n schönes Schwert gefunden, schleppte so ein Priester mit sich herum, keine Ahnung was der damit wollte, Mann war das gut. Leuchtet blau, und wenn ich damit richtig zuhaue, kommen da manchmal Blitze raus, boah!“ Er zog das Schwert hervor und ließ es gekonnt durch die Luft wirbeln. Dann verdüsterte sich sein Gesicht: „Aber es ist ziemlich kurz irgendwie. Und schon sehr zerkratzt und schartig. Scharf, aber schartig. Ich denke, bevor wir diesen Prinzen suchen, sollte ich mich um ein neues Schwert kümmern. Oder eine gute Axt, die hat auch was, eine Seite scharf und eine stumpf. Oder ein Streitkolben, oh ja, damit kann man Löcher machen! Obwohl ein scharfer Dolch auch was für sich hat, was Eryk? Aber der is ja noch kürzer... Also vielleicht so ein Zweihandschwert, das is schön lang, so eins wie der Drakkisath haben soll, wenn man Dunkeleisenzwergen glauben kann. Nee, da krieg ich ja noch mehr Dresche, ich brauch schon mein Schild. Hm, also n neues Schild..."

Ein kurzes tiefes Grollen unterbrach den Redeschwall und riss Thorongal aus seinen Gedanken. Mietzi hatte den Kopf gehoben und fixierte den Krieger. „Hast du schon wieder zu viele Anzeigezettel im Auktionshaus von Stormwind gelesen?“, tadelte ihn Fuinmyril. „Wir werden schon was vernünftiges für Dich finden, bis es soweit ist. Aber erstmal haben wir ja noch einige Aufgaben vor uns. Das SI7 vermutet irgendeine Schweinerei in den Östlichen Pestländern, das sollten wir uns mal ansehen. Nach der Geschichte von Eryk und Dorsa hab ich sowieso nicht übel Lust, in den Ländern der Geißel ein wenig aufzuräumen.“ Zustimmendes Gemurmel erhob sich. „Aber bis zum Aufbruch sollten wir noch ein wenig entspannen, uns um die Ausrüstung kümmern, ein wenig Kräuter sammeln für die fehlenden Tränke und die Anwesenheit unserer Freunde genießen. Wer weiß, wann wir wieder mal so zahlreich zusammenkommen.“

Himgi schaute auf: „Das ist mal n Vorschlag! Ich hab hier noch ein paar zwergische Kostbarkeiten in meinem Taupelzsack, lasst uns ein wenig die Traurigkeit der letzten Geschichten runterspülen, bis morgen ist noch ausreichend Zeit, alles in Ordnung zu bringen und nebenbei ein paar Geschichten zum Besten zu geben.“
Als wäre das das Stichwort, löste sich ein wenig von der bedrückten Stimmung auf, und Eryk war der erste, der Himgis Angebot annahm und nach einer vollen Phiole Zwergenbrand „Kharanos Spezial 68 %“ griff.
2.6.07 11:43


~~~ 14 ~~~ Der Angriff ~~~

(von Mithrin)

Die Sonne ging langsam unter. Die Freunde saßen alle beisammen am Lagerfeuer und tranken ihren „Kharanos Spezial 68 %“ und als die Dunkelheit entgültig überhand bekommen hatte kehrte langsam Ruhe ins Lager ein. Alles war still. Man hörte nur das leise Rauschen der Blätter im Wind. Und doch regte sich etwas in der Finsternis...

Nicht weit vom Lagerfeuer lauerte eine Gruppe Untoter, nur wartend auf den passenden Moment die tapferen Mitglieder der Allianz in Stücke zu zerreißen. Sie schärften ihre Messer mit gierigem Grinsen auf ihren, von Maden zerfressenen, Gesichtern. Kurz darauf begannen sie langsam und leise nach vorne zu schleichen...

Carrie saß, angelehnt an ihre Talbukkuh Tyri, am Lagerfeuer und las gelangweilt ein Buch. Ihre Weggefährten Seranos und Keltanos lagen tief und fest schlafend neben ihr. Die Schattenpriesterin blätterte seufzend in einer Chronik über Magie, bis sie diese schließlich beiseite legte. Sie stand auf und lauschte in die Dunkelheit. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, als sie die Geräusche von Messern vernahm. Carrie beugte sich zu den beiden Nachtelfen hinunter und versuchte sie zu wecken. "Seranos, Keltanos! Rasch!", sagte sie leicht panisch. "Was, bei Elune, veranlasst dich mich zu wecken?!", meckerte Seranos, als dieser langsam aufwachte.
"Sssshh.." Carrie gab ihm ein Zeichen leise zu sein. Der Schurke lauschte. Kurz darauf nickte er und ergriff seine Dolche. Nun rappelte sich auf Keltanos langsam auf. Die Priesterin drückte ihm seinen Bogen in die Hand, griff nach ihrem Stab und kletterte auf Tyri's Rücken. "Wohin wollen wir?", fragte der Jäger verschlafen. "Fort, ich glaube ein paar Mitglieder der Horde haben uns entdeckt.", erklärte Carrie und umfasste ihren Bannfluch. Die beiden Elfen kletterten mühsam auf ihre Säbler und folgten Carrie in die Nacht...

Thorongal schreckte hoch und schaute sich um. Fuinmyril schaute ihn fragend an. "Was ist los?", fragte sie leicht verwundert. "Ich habe etwas gehört", murmelte der Krieger. "Wahrscheinlich nur ein Kaninchen. Leg dich wieder schlafen.". Sie gähnte und legte sich wieder hin. "Nein, nein, nein. Das war kein Kaninchen." Beunruhigt hielt der Nachtelf seine Waffen in der Hand.

Fest davon überzeugt ihren hinterhältigen Angriff umzusetzen, stürmten die Untoten auf das Lager zu. Thorongal's Augen weiteten sich. "Angriff!!! Wir werden angegriffen!" Die gesamte Gruppe schrak hoch, griff zu den Waffen und verteidigte sich verzweifelt. "Es sind zu viele!", rief Dorsa, während sie die Feinde mit Schattenblitzen attackierte. Die Lage schien aussichtslos. Sibo wollte grade zu einem neuen Feuerball ansetzen, da zischte ein Pfeil an seinem Gesicht vorbei. "Endu'di Riffa!", schrie Jemand aus der Dunkelheit und es hagelte weiter Pfeile. Kurz darauf erschien hinter einem Untoten ein Schurke und tötete ihn mühelos. "Was in Elune's Namen.." Silver wollte zuende reden, da stand schon eine junge Menschenfrau neben ihr. "Keine Zeit für Erklärungen. Verteidigt euch! Rasch! Seranos kümmere dich um die Magier!", schrie Carrie. Der Schurke tarnte sich und schlich durch die feindlichen Reihen. Einen Augenblick später rannte eine weiße Katze an ihnen vorbei. Keltanos sprang neben die Schattenpriesterin. "Wurde aber auch Zeit", sagte sie. Der Jäger lächelte und stürzte sich ins Getümmel. Carrie's Gestalt wandelte sich. Aus den blonden Haaren wurden schwarze, ihre Kleidung färbte sich ebenfalls Schwarz und in ihren Augen zuckten rote Blitze. Sie beschwor eine große Schattenova hervor, die ihre Feinde auseinander trieben. Sie belegte die Untoten mit Magie, so dass sie sich unter dem Schmerz krümmten. In diesem Moment stürmten Thorongal, Silvergirl und der Rest der Gruppe nach vorne und metzelten sie nieder.

Die Schlacht dauerte einige Stunden, doch am Ende siegte die Allianz über die Horde. Der Boden war mit Leichen gepflastert. Carrie lehnte sich erschöpft an einen Baum, nahm wieder ihre normale Gestalt an und japste nach Luft. Keltanos stützte sie und reichte ihr etwas Wasser. Seranos saß auf der Erde und verband eine seiner Wunden. Silvergirl trat vor und schaute die drei Fremden verwundert an. "Wer seid ihr, Fremde? Und was veranlasst euch uns zu schützen?", fragte sie diplomatisch.
Der Schurke richtete sich auf. "Mein Name ist Seranos Schwarzdolch. Und die beiden heißen Artanis Keltanos Silvermoon und Carrie Shadowrain. Wir sind Kämpfer der Allianz genau wie ihr. Wir beobachten diese Gruppe von Untoten schon seit ein paar Tagen. Sie waren mir nie so geheuer." Seranos schnaubte und trat gegen einen Leichnam. Carrie trat an seine Seite. "Verzeiht diesen merkwürdigen Auftritt, aber wir konnten eure Gruppe nicht früh genug erreichen." "Na, da seid ihr ja gerade nochmal richtig gekommen", grummelte Eryk. "Bash'a no falor talah, Schurke" Keltanos warf ihm einen finsteren Blick zu. Thorongal nickte. "Wir sollten verschwinden, bevor wir noch mehr Besuch kriegen." Alle waren einverstanden und verließen diesen Ort...

Der Morgen graute bereits. Die meisten aus der Gruppe schliefen tief und fest. Keltanos, Carrie, Thorongal und Fuinmyril saßen noch an einem Lagerfeuer und erholten sich von dem Kampf. "Sagt mir, Carrie, wie kommt eine Schattenpriesterin in die Begleitung von 2 Nachtelfen? Und was ist das für ein Reittier?!", fragte Thorongal neugierig. Sie zuckte mit den Schultern. "Keltanos und ich liefen uns irgendwann vor ein paar Monaten über den Weg. Wenige Tage später retteten wir Seranos vor einer Spinne das Leben. Keltanos und Fuinmyril kicherten bei der Anmerkung. "Das Reittier nennt man Talbuk. Es ist eine Mischung aus Hirsch und Ziege und lebt auf den grünen Wiesen von Nagrand in der Scherbenwelt."
"Die Scherbenwelt? Das heißt ihr wart dort?", fragte Fuinmyril. Carrie nickte. "Ja, wir haben die Scherbenwelt bereist. Die zerschlagenen Weiten von Nethersturm gesehen. Die grünen Wiesen von Nagrand. Die weiten Wälder von Terokkar und die dichten Pilzgeflechte der Zangarmarschen." Ein sehnsüchtiger Blick zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. "Ich vermisse dieses Land.." Keltanos klopfte ihr tröstend auf die Schultern. "Was ist mit euch? Es ist ungewöhnlich eine Ansammlung aller Völker der Allianz auf einem Haufen zu finden.", warf er ein. Thorongal erzählte die ganze Geschichte vor dem Angriff und am späten Vormittag erwachte auch der Rest der Gruppe aus seinem Tiefschlaf...

2.6.07 11:47





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